Stürze zählen zu den häufigsten Gründen, warum Menschen im Alter ihre Selbstständigkeit verlieren. Die gute Nachricht: Der größte Teil des Sturzrisikos ist beeinflussbar. Hier ist eine strukturierte Checkliste mit sieben Punkten, die ich mit meinen Kunden regelmäßig durchgehe.
1. Stolperfallen im Flur und Wohnraum
- Teppichkanten fixiert oder entfernt
- Kabel aus Gehwegen verlegt
- Lose Läufer weg
- Schuhe, Zeitungen, Katzenspielzeug aus Laufwegen raus
2. Beleuchtung
In Flur, Treppenhaus und Bad sollte auch nachts genug Licht sein. Nachtlichter mit Bewegungsmelder (20 € im Baumarkt) sind ein Minimaleingriff mit großer Wirkung.
3. Badezimmer
- Anti-Rutsch-Matte in der Dusche oder Wanne
- Haltegriffe dort, wo du sie brauchst (kein Scham, sondern klug)
- Rutschfeste Fußmatte vor der Dusche
4. Schuhe
Offene Hausschuhe, abgetragene Sohlen und Schlappen sind mit die häufigste Sturzursache drinnen. Investiere in feste, rutschfeste Hausschuhe – ich empfehle Modelle mit Fersenkappe, die du beim Anziehen nicht mehr verlieren kannst.
5. Sehen und Hören
Brille und Hörgeräte regelmäßig prüfen lassen. Wer schlecht sieht oder hört, reagiert langsamer auf Unebenheiten und verliert das Gleichgewicht schneller.
6. Medikamente checken
Viele Medikamente (z. B. manche Blutdruck- oder Schlafmittel) können Schwindel fördern. Es lohnt sich, mit dem Hausarzt einmal jährlich die komplette Liste durchzugehen – Stichwort „Medikations-Check für Senioren”.
7. Gleichgewichtstraining
Der mit Abstand wirksamste Baustein. Wer 1–2 Mal pro Woche gezielt Balance und Kraft trainiert, kann das Sturzrisiko deutlich senken. Typische Übungen: Einbeinstand, sicheres Gehen über Unebenheiten, Richtungswechsel, Aufstehen aus dem Stuhl ohne Hände.
Hängst du einen einfachen Zettel an die Tür mit den sieben Punkten, gehst du alle 2–3 Monate einmal durch. Die Umgebung verändert sich – dein Check mit.
Wenn du schon mal gestürzt bist
Dann ist gezieltes Training besonders wichtig. Nach einem Sturz baut sich Angst auf, die wiederum zu steiferen Bewegungen führt – und das Sturzrisiko erhöht. Einen einmaligen Sturz ohne Training einfach „hinter sich zu lassen” ist selten eine gute Strategie.
